Die Arbeiter sind angekündigt. Neues Material wird benötigt. Die nächste Rechnung ist fällig. Und auf dem Konto ist gerade nicht genug Geld, um alles zu bezahlen.
In solchen Momenten wünschen wir uns meistens, dass Gott die Lösung frühzeitig sichtbar macht. Am liebsten hätten wir schon Wochen vorher die Gewissheit, dass alles geregelt ist.
Doch auf der Finca erleben wir immer wieder etwas anderes: Gott zeigt uns häufig nicht den gesamten Weg. Er gibt uns Licht für den nächsten Schritt. Und manchmal greift Er erst dann ein, wenn unsere eigenen Möglichkeiten sichtbar an ihre Grenze gekommen sind.
Nicht zu früh. Aber auch keine Sekunde zu spät.
Die stärkste Erfahrung dabei ist für uns nicht ein einzelner Zahlungseingang, eine verlängerte Frist oder eine unerwartete Baupause. Es ist die Gewissheit, die Gott uns dadurch immer wieder neu schenkt:
Gott ist da. Wir machen das nicht allein.
Diese Geschichte begann nicht erst im vergangenen Jahr
Eigentlich könnten wir diese Geschichte über die gesamten ersten beiden Jahre auf der Finca erzählen.
Sie begann bereits Anfang 2023, als Gott uns aufforderte, uns für einen Umzug in die Berge bereitzuhalten. Damals wussten wir weder, wohin wir ziehen würden, noch wie wir eine Finca bezahlen sollten. Unser Konto sprach gegen diesen Weg, viele äußere Umstände ebenfalls. Und doch führte Gott uns Schritt für Schritt – bis zum Mietkauf und zur Schlüsselübergabe im Juni 2023.

Wie Gott uns rief, warum immer wieder der Satz „Frag Michael“ kam und wie Er selbst bei den Verhandlungen und dem finanziellen Nachweis für das richtige Timing sorgte, erzählen wir in unserem Beitrag „Gottes Ruf auf die Finca folgen: Sein Timing war perfekt“.
Auch nach unserem Einzug setzte sich dieses Muster fort. Anfangs war nur eines der acht Häuser auf dem Gelände wirklich bewohnbar. Trotzdem lenkte Gott unseren Blick nicht auf das kleinste und vermeintlich schnellste Bauprojekt. Er zeigte uns ein größeres Gebäude weiter unten auf der Finca und drängte uns, genau dort zu beginnen.
Aus einem ehemaligen Schuppen mit einer alten Möhrenwaschanlage entstand nach und nach das Apartment Immanuel – „Gott ist mit uns“. Noch bevor es vollständig fertig war, wurde es zu einem Ort, an dem Menschen wohnen, zur Ruhe kommen und Unterstützung erfahren konnten.
Diese Geschichte erzählen wir ausführlicher im zweiten Teil: „Gottes Ruf auf der Finca folgen – und plötzlich waren wir für andere da“.
Inzwischen sind auf der Finca drei Apartments entstanden: Immanuel, Josua und Michael. Sie ermöglichen unterschiedliche Formen des Aufenthalts – von Mitarbeit und Gemeinschaft über eine persönliche Auszeit bis zum selbstständigen Wohnen. Bilder und weitere Informationen findest Du auf unserer Seite „Aufenthalt auf der Finca Maranatha“.

Wir könnten also viele Geschichten über Gottes Versorgung erzählen. Für diesen Artikel greifen wir jedoch bewusst nur das vergangene Jahr heraus. Denn gerade in diesen Monaten wurde ein Muster besonders deutlich:
Gott versorgt uns nicht immer so, wie wir es erwarten. Aber Er führt jeden Schritt in Seinem Timing.
Was in den ersten Jahren entstanden ist
Wenn wir heute über die Finca gehen, sehen wir nicht nur Baustellen, Gebäude und technische Anlagen. Wir sehen viele einzelne Gebetserhörungen.
In den vergangenen Jahren konnten wir unter anderem:
- drei Apartments ausbauen,
- die Aula herrichten,
- den Spielplatz bauen,
- einen großen Wassertank installieren,
- das Bewässerungssystem erneuern,
- eine Solaranlage errichten,
- die Dächer der acht Häuser abdichten,
- und viele weitere kleinere und größere Arbeiten durchführen.
Hinter jedem dieser Projekte stehen Material, Arbeitsstunden, Entscheidungen und erhebliche Kosten.
Unser finanzieller Horizont reicht dabei häufig nur von einem Tag zum nächsten oder von einer Woche zur nächsten. Trotzdem konnten wir bisher immer bezahlen, was bezahlt werden musste.
Das bedeutet nicht, dass immer schon lange im Voraus genug Geld vorhanden war. Im Gegenteil: Mehr als einmal waren unsere Mittel vollständig ausgeschöpft.
Doch genau dort begann häufig die nächste Erfahrung mit Gott.
August 2025: Als eine Baupause zur Versorgung wurde
Im Juli 2025 begannen wir mit den Umbauarbeiten an der ehemaligen Weinpresse. Aus ihr sollte ein weiteres Apartment entstehen.

Die Arbeiten waren umfangreich und kostspielig. Woche für Woche stellte Gott das Geld für die Arbeiter und das benötigte Material bereit. Nach der vierten Woche war unser Budget jedoch praktisch aufgebraucht.
Mit Mühe konnte ich die Arbeiter und die letzten Materialkosten noch bezahlen. Danach blieb eine sehr konkrete Frage:
Wie sollte es in der fünften Woche weitergehen?
Wenn die Arbeiter wie geplant gekommen wären, hätte ich sowohl ihre Arbeit als auch weiteres Material bezahlen müssen. Dafür war schlicht kein Geld mehr vorhanden.
Natürlich hoffte ich auf eine sichtbare Lösung: einen neuen Auftrag, eine unerwartete Überweisung oder eine andere finanzielle Möglichkeit.
Doch Gott versorgte uns diesmal nicht durch mehr Geld.
Einer der Arbeiter, Tino, hatte bereits vorher Probleme mit seinem Arm. In jener Woche wurde die Verletzung so stark, dass er pausieren musste. Deshalb kamen beide Arbeiter nicht und die Fortsetzung der Bauarbeiten wurde auf Anfang September verschoben.
Eine Verletzung ist zunächst kein Grund zur Freude. Doch für den Ablauf der Arbeiten bedeutete die Pause, dass ich in dieser Woche weder Lohn noch neues Material bezahlen musste.
In der Zwischenzeit konnte ich bereits Fenster und Türen organisieren. Das eingehende Geld musste dadurch nicht gleichzeitig für die Arbeiter und für größere Materialkosten reichen.
Gott hatte das Bauprojekt nicht gestoppt.
Er hatte den Zeitplan verändert.
Und rückblickend erkannten wir: Diese Verzögerung war genau die Entlastung, die wir in diesem Moment brauchten.
Nicht jede Verzögerung ist ein Hindernis
Wir verbinden Fortschritt oft damit, dass etwas sichtbar weitergeht. Eine Baustelle muss wachsen, eine Entscheidung muss fallen und ein Problem möglichst schnell gelöst werden.
Wenn sich etwas verzögert, empfinden wir das leicht als Rückschritt.
Doch Gott zeigt uns auf der Finca immer wieder: Eine Verzögerung kann Teil Seiner Versorgung sein.
Manchmal versorgt Er uns, indem Er zusätzliches Geld schenkt. Manchmal verschiebt Er jedoch den Zeitpunkt, an dem wir es benötigen.
Manchmal öffnet Er eine Tür. Manchmal hält Er eine Tür für einige Tage geschlossen, damit wir nicht gleichzeitig zu viele Belastungen tragen müssen.
In dieser Zeit schenkte Gott mir außerdem eine besondere Portion Kraft. Neben den Bauarbeiten liefen meine normale Arbeit und kostspielige Fortbildungen für mein Business weiter. Viele Aufgaben verlangten gleichzeitig Aufmerksamkeit.
Ich fühlte mich nicht jeden Tag stark. Aber ich wurde getragen.
Auch das ist Versorgung: Gott verändert nicht immer sofort die Umstände. Manchmal gibt Er uns zuerst die Kraft, mitten in ihnen weiterzugehen.
September 2025: Eine Möglichkeit genau im richtigen Moment
Nach dem üblichen Sommerloch benötigte ich einen kurzfristigen Kredit, um die Bauarbeiten weiterführen zu können.
Und genau in dieser Situation erschien in meinem Bankpostfach eine Finanzierungsmöglichkeit zu den Konditionen, die wir brauchten.
Natürlich könnte man sagen: Solche Angebote verschicken Banken regelmäßig.
Doch wenn eine Möglichkeit genau in dem Moment auftaucht, in dem sie benötigt wird, nehmen wir sie nicht einfach als selbstverständlich hin. Wir haben gelernt, aufmerksam zu werden.
Nicht jedes Ereignis ist automatisch ein besonderes Zeichen. Wir wollen nicht jede Kleinigkeit vorschnell geistlich deuten. Doch je länger wir mit Gott unterwegs sind, desto häufiger erkennen wir im Rückblick ein Muster.
Eine Tür öffnet sich.
Eine Ausgabe wird verschoben.
Ein Mensch kommt zur richtigen Zeit.
Eine Bibelstelle spricht direkt in eine Situation hinein.
Und mehrere scheinbar unabhängige Ereignisse beginnen plötzlich, ein gemeinsames Bild zu ergeben.
Wenn Gott durch Sein Wort antwortet
Im September und Oktober begann ich intensiver zu beten. Ich bat Gott um Seinen Geist, um Führung, um Hilfe bei der Finanzierung und um Klarheit für die nächsten Schritte.
An einem Abend fragte ich Ihn, was ich lesen sollte. Mein Blick wurde auf Matthäus 7 gelenkt:
„Bittet, so wird Euch gegeben.“
Diese Worte waren mir nicht neu. Doch in dieser Situation wurden sie persönlich.
Gott erinnerte mich daran, dass ich meine Fragen nicht allein tragen musste. Ich durfte konkret bitten. Ich durfte die Finanzierung, die Baustelle und meine Sorgen vor Ihn bringen.
An einem anderen Abend fragte ich erneut, was ich lesen sollte. Diesmal wurde ich zu Maleachi 3 geführt.
Zunächst überlegte ich, ob ich Gott noch etwas schuldig geblieben war. Doch ich bekam darauf keine Bestätigung. Am folgenden Morgen traf ich mich mit einem Freund zum Wandern. Im Gespräch erzählte er mir von seinen finanziellen Problemen.
Da verstand ich, warum ich gerade diesen Abschnitt lesen sollte.
Die Bibelstelle war nicht nur für mich gedacht. Gott hatte mich vorbereitet, um meinem Freund einen Gedanken weiterzugeben.
Auch darin erkennen wir Seine Führung: Manchmal beantwortet Gott unser Gebet und macht uns gleichzeitig zu einem Werkzeug für einen anderen Menschen.
Vertrauen im Umgang mit Geld
Maleachi 3 enthält eine außergewöhnliche Einladung. Gott fordert Sein Volk auf, Ihm auch im Geben zu vertrauen und Seine Treue zu prüfen.
Für uns ist daraus ein persönlicher Glaubenssatz entstanden:
Neunzig Prozent unter Gottes Segen können weiter reichen als hundert Prozent, die wir allein festhalten wollen.
Das ist keine mathematische Garantie und kein Geschäft mit Gott. Wir können Ihn nicht durch eine Spende dazu verpflichten, uns anschließend einen größeren Betrag zurückzugeben.
Doch wir haben persönlich erlebt, dass Gott uns trägt, wenn wir Ihm auch unsere Finanzen anvertrauen. Auf diese Weise half Er uns bereits früher, einen großen Schuldenberg abzubauen.
Vertrauen bedeutet dabei nicht, unvernünftig zu handeln. Wir sollen ehrlich rechnen, sorgfältig planen und verantwortungsvoll mit dem umgehen, was uns anvertraut wurde.
Aber unsere letzte Sicherheit liegt nicht in einer Zahl auf dem Konto.
Gott kann zusätzliches Einkommen schenken. Er kann eine Ausgabe reduzieren. Er kann einen Zeitplan verändern oder uns zeigen, dass ein Schritt, den wir für dringend hielten, noch warten darf.
Seine Möglichkeiten reichen weit über die wenigen Wege hinaus, die wir gerade sehen.
Oktober und November 2025: Perfektes Timing mit Francesco
Einige Wochen später erlebten wir erneut, wie präzise Gottes Timing sein kann.
Die Arbeiter beendeten ihre Arbeit an einem der neuen Apartments und teilten mir anschließend mit, dass sie zunächst eine Woche lang nicht kommen könnten.
Schon am nächsten Tag reiste Francesco, unser erster Workawayer in dem neu fertiggestellten Raum, auf der Finca an.
Wären die Arbeiten nur wenige Tage länger gelaufen, hätte Francesco mitten auf einer Baustelle wohnen müssen. So konnte er direkt in den fertigen Raum einziehen.
Gleichzeitig pausierten die Arbeiten am zweiten Apartment. Auch das war eine Entlastung, denn unser Budget war bis zum Ende ausgeschöpft. Eine sofortige Fortsetzung hätte ich kaum bezahlen können.
Dann verschoben sich die Pläne erneut.
Francesco blieb eine halbe Woche länger als ursprünglich vorgesehen und war am Ende insgesamt vier Wochen bei uns. Auch die Arbeiter blieben länger weg, als sie zunächst angekündigt hatten.
Schließlich nahmen sie ihre Arbeit genau einen Tag nach Francescos Abreise wieder auf.
Und genau in dieser Woche konnte ich die Bauarbeiten wieder bezahlen.
Nicht zwei Wochen früher. Nicht einige Tage zu spät.
Der Raum wurde rechtzeitig fertig. Francesco konnte dort wohnen. Die nächste Bauphase begann erst, als der Raum wieder frei war. Und das Geld war genau dann vorhanden, als die Arbeiter zurückkehrten.
Keiner von uns hätte diesen Ablauf so planen können.
Doch alles griff ineinander.
Sommer 2026: Wenn die Geschichte noch nicht abgeschlossen ist
Der nächste große Schritt ist der endgültige Kauf der Finca und die Begleichung der Restschuld aus dem Mietkauf.
Normalerweise würde man wahrscheinlich zuerst eine Immobilie kaufen und sie anschließend ausbauen. Bei uns lief es andersherum.
Wir haben bereits sehr viel Arbeit, Kraft und Geld in diesen Ort investiert, bevor der endgültige Kauf abgeschlossen ist.

Auch darin fordert Gott unser menschliches Denken heraus.
Für die Finanzierung bestand nur noch eine kurze Frist. Die Gespräche mit den Banken verliefen zäh, und es gab Rückschläge. Durch die zunehmenden wirtschaftlichen und globalen Unsicherheiten wurden Finanzierungen schwieriger.
Zeitweise fühlte sich der gesamte Prozess wie ein Krimi an.
Doch gerade in dieser Situation mussten wir uns neu daran erinnern, wem diese Finca gehört.
Wir glauben, dass Gott uns beauftragt hat, diesen Ort zu übernehmen und aufzubauen. Deshalb verstehen wir uns nicht in erster Linie als Eigentümer, sondern als Verwalter.
Wir setzen unsere Zeit, unsere Fähigkeiten, unsere finanziellen Mittel und unsere Kraft ein. Aber letztlich ist es Seine Finca.
Das gibt uns Frieden.
Nicht, weil wir bereits jede Antwort kennen. Nicht, weil die Finanzierung schon vollständig geklärt wäre. Sondern weil das Ergebnis nicht allein auf unseren Schultern liegt.
Gleichzeitig bleiben wir nicht untätig. Ich führe Gespräche, stelle Unterlagen zusammen, prüfe Möglichkeiten und strukturiere mein Business neu.
Vertrauen ersetzt nicht das verantwortliche Handeln.
Aber es verändert die Haltung, aus der heraus wir handeln.
Und erneut öffnete Gott einen nächsten Schritt: Die Frist für den Kauf wurde bis zum Ende des Jahres verlängert. Dadurch entstand neuer Raum für die Finanzierung und die notwendigen beruflichen Veränderungen.
Die Geschichte ist noch nicht abgeschlossen.
Doch unser Vertrauen beginnt nicht erst an dem Tag, an dem jede Unterschrift geleistet und jede Rechnung bezahlt ist.
Wir dürfen schon heute zurückblicken und sehen, wie oft Gott uns bis hierher getragen hat.
Gottes Handschrift lesen lernen
Der stärkste Wendepunkt dieses Jahres war deshalb kein einzelnes Ereignis.
Es war die Gewissheit, an die Gott uns durch all diese Situationen immer wieder erinnerte:
Er ist da. Wir machen das nicht allein.
Durch solche Erfahrungen lernen wir, Seine Handschrift zu lesen.
Das bedeutet nicht, dass wir immer sofort verstehen, warum etwas geschieht. Oft erkennen wir erst später, warum eine Pause notwendig war, weshalb sich eine Entscheidung verzögerte oder wie mehrere Ereignisse zusammengehörten.
Doch wir lernen, genauer hinzusehen.
Eine geschlossene Tür muss nicht das Ende des Weges sein.
Eine Verzögerung bedeutet nicht, dass Gott uns vergessen hat.
Eine Pause kann Schutz sein.
Und ein Problem, für das wir keine Lösung sehen, begrenzt nicht Gottes Möglichkeiten.
Wir hätten häufig gern einen vollständigen Plan. Wir möchten wissen, was in drei Monaten geschieht, woher das Geld kommen wird und wie jede Schwierigkeit gelöst wird.
Gott gibt uns jedoch oft genug Licht für den nächsten Schritt.
Und dann lädt Er uns ein, genau diesen Schritt mit Ihm zu gehen.
Die Geduld der Heiligen beginnt im Alltag
Diese Erfahrungen auf der Finca erinnern uns an ein größeres biblisches Thema.
In Offenbarung 14,12 wird Gottes Volk durch seine Standhaftigkeit beschrieben – durch die „Geduld der Heiligen“.
Dabei geht es nicht um ein passives oder bequemes Warten. Die biblische Geduld ist ein aktives Ausharren: weiter beten, weiter vertrauen und Gottes Hand nicht loslassen, obwohl die sichtbare Antwort noch aussteht.
Mehr dazu liest Du in unserem Beitrag „Die Geduld der Heiligen in der Endzeit: Standhaft bleiben, wenn alles Irdische wegbricht“.
Wir glauben, dass wir diese Standhaftigkeit nicht erst in einer zukünftigen großen Krise lernen.
Sie wächst heute.
Sie wächst in finanziellen Engpässen, in verzögerten Antworten, in offenen Fragen und in Situationen, die wir nicht kontrollieren können.
Dort zeigt sich, ob wir Gott nur vertrauen, wenn Er sofort nach unseren Vorstellungen handelt – oder ob wir an Ihm festhalten, weil wir Seinen Charakter kennengelernt haben.
Die kleineren Glaubensprüfungen des Alltags können uns auf größere Prüfungen vorbereiten.
Nicht, weil wir durch sie unabhängig und unverwundbar werden.
Sondern weil wir lernen:
Gott ist treu.
Vielleicht siehst Du den nächsten Schritt noch nicht
Vielleicht gibt es auch in Deinem Leben einen Bereich, in dem Du gerade nicht weißt, wie es weitergehen soll.
Vielleicht reicht Dein finanzieller Horizont ebenfalls nur bis zur nächsten Woche. Vielleicht wartest Du auf eine Entscheidung, eine offene Tür oder die Antwort auf ein Gebet.
Vielleicht hast Du sogar den Eindruck, dass alles stillsteht.
Dann möchten wir Dich ermutigen: Eine Verzögerung ist nicht automatisch ein Nein. Eine offene Frage ist kein Beweis dafür, dass Gott Dich vergessen hat. Und eine Pause kann Teil Seines Weges sein.
Schau einmal zurück:
Wo hat Gott Dich bereits getragen?
Welche Tür hat Er im richtigen Moment geöffnet?
Wo hat Er Dir Kraft gegeben, obwohl sich die Umstände zunächst nicht veränderten?
Welche vermeintliche Störung erwies sich später als Bewahrung?
Schreib Dir diese Erfahrungen auf. Danke Gott bewusst dafür. Und bitte Ihn, Dir den nächsten Schritt zu zeigen, statt den gesamten Weg auf einmal verstehen zu müssen.
Wir wissen noch nicht, wie jedes Kapitel unserer Geschichte ausgehen wird.
Aber wir wissen, wer mit uns durch diese Geschichte geht.
Gottes Timing ist anders als unseres. Manchmal greift Er später ein, als wir es uns wünschen. Manchmal lässt Er unsere eigenen Möglichkeiten erst sichtbar an ihre Grenzen kommen.
Doch Er kommt nicht eine Sekunde zu spät.
Und während wir beten, handeln, warten und weitergehen, wächst in uns etwas, das wertvoller ist als eine schnelle Lösung:
Ein Vertrauen, das nicht mehr nur von sichtbaren Umständen abhängt.
Wir lernen, Seine Handschrift zu lesen.
Wir lernen, uns Schritt für Schritt führen zu lassen.
Und wir lernen immer wieder neu:
Gott ist da. Wir machen das nicht allein.