Gottes Ruf auf die Finca folgen: Sein Timing war perfekt

Im Januar 2023 saß ich, Sebastian, an meinem Lieblingsplatz an der Küste von Teneriffa – unterhalb des Golfplatzes in Buenavista del Norte. Das war so ein Ort, an dem ich oft gebetet habe. Still, mit Blick aufs Meer.

An diesem Tag habe ich Gott mein Leben erneut übergeben. Und als ich fertig war, blieb ich einfach noch sitzen. In der Stille. Und ich fragte ihn: „Möchtest du mir auch etwas sagen?“

Und dann kam diese klare Antwort in meinen Geist:

„Halte Dich bereit. Wir werden in die Berge ziehen. Warte auf mein Zeichen.“

Damals wohnten wir außerhalb von Buenavista am Nordwest-Zipfel der Insel inmitten einer großen Bananenplantage – abgeschieden von der Welt. Wunderschön. Wir hatten keinen „logischen“ Grund wegzuziehen. Aber dieses Wort blieb.

Warten auf das Zeichen

Ich ging nach Hause und erzählte es meiner Frau Uli. Natürlich wollte sie sofort alles wissen: Was genau? Wann? Wohin? Wie?
Ich konnte nur sagen: „Mehr weiß ich nicht. Wir sollen warten – auf sein Zeichen.“

In den nächsten Wochen hatte ich mehrere Momente, in denen Gott zu mir sprach und ich lernen durfte: Das bilde ich mir nicht nur ein. Es ist nicht einfach ein Trick meines Unterbewusstseins, eine Idee oder ein Gefühl. Es war eher wie ein inneres Training: Hören. Prüfen. Vertrauen.

Und dann – etwa zwei Monate später – nahm mich unser damaliger Vermieter am Freitagnachmittag zur Seite. Ganz freundlich, ohne Streit. Er sagte sinngemäß:
„Sebastian, alles hat einen Anfang und ein Ende. Der Vertrag ist längst ausgelaufen, ich brauche das Haus für meine Familie… Du hast noch zwei Monate – aber dann bitte geh.“

Normalerweise wäre das ein Grund für Panik gewesen. Die Wohnsituation auf Teneriffa ist angespannt. Bezahlbarer Wohnraum, besonders für Familien, ist selten.

Aber mitten in diesem Gespräch spürte ich etwas völlig Unerwartetes: Frieden. Einen tiefen, ruhigen Frieden.
Und ich wusste: Das ist das Zeichen.

Ich ging nach Hause, bat Uli, sich zu setzen, und erinnerte sie an Gottes Wort: Wir sollten auf sein Zeichen warten. Und jetzt war es da. Wir wussten nicht, wohin es gehen würde – aber wir hatten eine seltsame Freude. Noch am selben Tag begannen wir zu packen.

„Frag Michael.“

Ich betete wieder: „Herr, danke für das Zeichen. Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht. Ich habe nichts in der Hand. Du führst – ich folge. Was soll ich tun?“

Die Antwort war kurz:

„Frag Michael.“

Michael ist ein guter Freund. Er war ein paar Jahre vor uns in die Berge oberhalb von Icod de los Vinos gezogen. Ich dachte sofort: Ja, die Gegend gefällt mir! Ich kenne dort noch andere Leute. Ich könnte mehrere fragen…

Aber Gott blieb bei einem Satz.

„Frag Michael.“

Ich muss lachen, wenn ich daran zurückdenke – weil ich innerlich diskutiert habe. „Nur eine Person? Ich muss doch vergleichen! Recherchieren! Mehrere Optionen!“
Und Gott war gefühlt schon ein bisschen genervt:

„Frag Michael.“

Also schickte ich Michael eine Sprachnachricht: Er solle Augen und Ohren offenhalten (ohne zu sagen: „Göttlicher Auftrag“). Am nächsten Tag kam ich nochmal mit Gott ins Gespräch: „Soll ich nicht trotzdem auch hier und dort fragen?“
Wieder dasselbe Spiel. Dreimal.

„Frag Michael.“

Dann fragte ich: „Wie lange soll ich warten?“
Und die Antwort war:

„Nächste Woche weißt Du Bescheid.“

Ein Foto. Keine Beschreibung. Und ein Preis, der unmöglich war.

Aus Neugier schaute ich später trotzdem kurz auf Airbnb. Ich musste lachen, legte das Handy weg und dachte: Diese Preise sind nicht für uns.

Am Dienstag bekam ich von Michael eine weitergeleitete Sprachnachricht – von einem Nachbarn. Dazu ein Foto von einem Haus. Ich erkannte es vage, konnte es aber nicht einordnen. Es hieß nur sinngemäß: „Findest Du im Internet.“

Ich suchte gefühlt alle Immobilienseiten durch – und tatsächlich: auf der letzten Seite, die ich noch prüfen wollte, fand ich den Eintrag. Schlechte Fotos. Kaum Beschreibung. Und ein Verkaufspreis, weit außerhalb meiner Vorstellungskraft. Dazu nur eine Telefonnummer.

Ich fragte Gott: „Ist es das?“

Und ich hatte innerlich dieses klare „Ja“.

Also riefen wir an. Keine Makleragentur – die Eigentümerfamilie direkt. Wir machten einen Termin für Mittwoch aus.

Besichtigung mit Gewissheit

Am nächsten Tag fuhren wir als Familie hin. Im Auto beteten wir. Und ich fragte erneut: „Herr, ist es das?“
Wieder dieses bestätigende „Ja“.

Die Familie zeigte uns die Finca etwa eine Stunde lang. Ich stellte kaum Fragen – nicht, weil ich nicht interessiert war, sondern weil ich innerlich wusste: Das ist es.

Während wir noch über das Gelände liefen, fragten die Kinder schon:
„Mama, wann können wir hier wohnen?“

Mein altes Denken hätte gesagt: Niemals das Erstbeste nehmen. Vergleichen. Listen schreiben. Pro/Contra.
Aber Gott hatte mir über die Zeit geholfen, genau dieses „Zerdenken“ abzulegen.

Eine Glaubensprüfung: Wenn Gott sagt „Ja“, aber das Konto sagt „Nein“

Wir waren gewohnt zu mieten. Die Eigentümer wollten verkaufen. Und obwohl unser Konto leer war und der Preis für uns zu hoch wirkte, war da diese Frage:

Glauben wir Gott – auch dann, wenn es menschlich keinen Sinn ergibt?

Wir brachten die Idee eines Mietkaufs ins Spiel. Und gegen alle Erwartungen ließ sich die Familie darauf ein.

Dann begann eine Zeit mit Gesprächen, Verhandlungen, Hin und Her. Und ich kann es nur so sagen: Gott führte diese Verhandlungen.
Die Eigentümer wollten eine dicke Anzahlung. Die hatten wir nicht. Und ich wollte auch keine Bank einschalten. Doch Gott schlug einen Deal vor mit der alle glücklich sein sollten.

Freunde und Familie sagten: „Da lassen die sich niemals drauf ein.“
Doch: Sie ließen sich darauf ein.

Sogar bei der Vertragsgestaltung leitete uns Gott – bis hinein in konkrete Punkte, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Zum Beispiel, dass wir hier oben Events veranstalten und Bibelkreise halten werden – und dass das ausdrücklich im Vertrag stehen sollte.

Perfektes Timing – sogar beim Kontoauszug

Ein Moment war besonders krass: Irgendwann mussten wir unsere Kreditwürdigkeit und einen Bürgen nachweisen. Kontoauszüge. Unterlagen. Als Auswandererfamilie auf Teneriffa, ohne reichen Hintergrund, ohne große Sicherheiten – eigentlich nichts, womit man Eindruck macht.

Und doch war an genau diesem Morgen – genau an diesem einen Morgen – das Konto plötzlich gut gefüllt. Ich konnte einen Screenshot machen, der zeigte: Wir haben einen notariell bestätigten Rahmen für Bankeinzüge von unseren Kunden. Ich musste ein halbes Jahr lang dafür kämpfen, extra eine private Krankenversicherung abschließen und viele Irrwege mit der Bank gehen. 

Gott stellte bereits vorher die Weichen in meinen Geschäften und schickte zur richtigen Zeit viele neue B2B-Kunden. Die Bankeinzüge mussten schon aufgeschoben werden, bis es in dieser Woche endlich losgehen konnte. Mein Konto zeigte auf einmal den monatlich bestätigten Rahmen und wie viel ich in diesem Monat bereits eingezogen hatte. Ohne es vorher zu ahnen, das war unser Bürge.

Am nächsten Morgen war das Geld wieder weg. Wegen eines Formatierungsfehlers bei Bankeinzügen (ein falsch gesetzter Bindestrich) wurde alles zurückgebucht. Die Bank zog dafür sogar saftige Strafgebühren ein und wir rutschten ins Minus.

Aber das Entscheidende war: Für diesen einen perfekten Moment, als wir es brauchten, war alles da. Wieder die Bestätigung: Gottes Timing ist präzise.

Juni 2023: Unterschrift, Schlüssel, Startschuss

Die Finca war erst seit kurzer Zeit überhaupt verfügbar. Vorher wohnten hier andere Menschen. Aber Gott hatte es schon vorher gewusst – und mich daher schon im Januar angewiesen: „Bereite dich vor. Warte auf mein Zeichen.“

Nach dem Zeichen im März zog sich der ganze Prozess etwa drei Monate. Und dann saßen wir Ende Juni 2023 hier – gemeinsam mit der Eigentümer-Familie – unterschrieben den Vertrag, machten die ersten Überweisungen und bekamen endlich die Schlüssel.

Wir lebten schon lange „zwischen Kisten“. Drei Monate packen, planen, organisieren, vorbereiten. Und jetzt dachten wir: Endlich geht’s los!

Und dann: Stopp.

Am Tag nach der Schlüsselübergabe wurde ich krank. Keine Energie. Zombie-Modus. Als hätte jemand den Stecker gezogen.

Und am selben Morgen passierte Uli etwas: Eines unserer Kinder sprang im Spiel auf ihr Fußgelenk – und sie konnte plötzlich nicht mehr laufen. Wir waren beide gleichzeitig außer Gefecht. Genau an dem Tag, an dem wir endlich starten wollten.

Am Nachmittag dachte ich: Das ist komisch. Warum wir beide? Und warum jetzt?
Vorsichtig fragte ich Gott: „Ist etwas…?“

Und ich spürte seine Antwort sehr deutlich:

„JA! Ich habe so viele Wunder getan, damit ihr diese Finca bekommen könnt. Habt Ihr mir auch nur mit einer Silbe gedankt?“

Das traf. Weil es stimmte.

Wir waren so im „Flow“ – so im „Endlich geht’s los“ – dass wir den, der alles möglich gemacht hatte, nicht bewusst geehrt hatten.

Also haben wir das in Ordnung gebracht. Wir haben gedankt und um Vergebung gebeten. Aufrichtig. Von Herzen.

Und dann geschah etwas, das ich nicht anders beschreiben kann als: Wiederherstellung.
Innerhalb von etwa einer Stunde war meine Energie komplett zurück und Uli konnte wieder laufen.

Und dann… konnten wir wirklich starten.

Warum wir das erzählen

Seitdem ist diese Zeit – und eigentlich alles, was danach kam – geprägt von vielen kleinen und großen Momenten, in denen wir Gottes Führung erleben.

Und genau deshalb wollen wir hier im Blog berichten:
zur Ehre Gottes – und als Zeugnis für dich, lieber Leser. Nicht um etwas „zu beweisen“, sondern um Mut zu machen.

Was ich aus dieser Geschichte gelernt habe

    • Gottes Führung kommt oft Schritt für Schritt, nicht als kompletter Plan.

    • Frieden kann ein starkes Zeichen sein – selbst in scheinbar „schlechten“ Nachrichten.

    • Gehorsam kann bedeuten: nicht alles absichern, sondern einen nächsten Schritt gehen.

    • Dankbarkeit ist nicht „Deko“, sondern Herz-Sache – und manchmal der Schlüssel zum Weitergehen.

Wenn Du selbst gerade in einer Umbruchsphase steckst: Wir wünschen Dir, dass Dich diese Geschichte ermutigt. Gott sieht den Weg – auch wenn wir ihn noch nicht sehen.

Ließ hier die Fortsetzung: Gottes Ruf auf der Finca folgen – und plötzlich waren wir für andere da

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