Wer ist der „Überrest ihres Samens“, gegen den der Drache in Offenbarung 12,17 Krieg führt?
Diese Frage ist keine nebensächliche Einzelheit der Prophetie. Von ihrer Beantwortung hängt ab, wie wir Gottes Volk, das geistliche Israel, Babylon, die 144.000 und große Teile der Offenbarung verstehen.
Viele Christen gehen heute davon aus, dass Gott zwei voneinander getrennte Völker habe: auf der einen Seite das wörtliche Israel, also das jüdische Volk, und auf der anderen Seite die christliche Gemeinde. Für beide soll Gott angeblich unterschiedliche Verheißungen, unterschiedliche Aufgaben und sogar unterschiedliche endzeitliche Pläne vorgesehen haben.
Häufig ist diese Lehre mit der Vorstellung verbunden, dass die christliche Gemeinde sieben Jahre vor der sichtbaren Wiederkunft Jesu von der Erde entrückt werde. Danach, so wird behauptet, beginne ein gesonderter Heilsplan Gottes mit dem ethnischen Israel.
Doch lehrt die Bibel tatsächlich zwei Völker Gottes?
Die Schrift zeichnet ein anderes Bild: Sie spricht von einem Samen, einer Herde, einem Leib, einer Frau, einem Ölbaum, einer Stadt, einem Tempel, einem Tisch, einem Lied und einem Vater.
Sie kennt nicht zwei Erlösungswege. Sie zeigt ein Volk, das nicht durch Geografie, Abstammung oder menschliche Gene definiert wird, sondern allein durch die Beziehung zu Jesus Christus.
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Die erste Verheißung im Garten Eden
Der Ausgangspunkt dieser Untersuchung liegt bereits in Genesis 3,15.
Adam und Eva hatten Gottes Gebot übertreten. Sie hatten der Schlange mehr geglaubt als ihrem Schöpfer. Nun standen sie schuldig und voller Angst im Garten. Sie erwarteten, dass Gott sein angekündigtes Urteil sofort vollstrecken und sie vernichten würde.
Doch als Gott in den Garten kam, sprach er zunächst zur Schlange. Noch bevor die Folgen der Sünde vollständig ausgesprochen wurden, verkündete Gott eine prophetische Verheißung:
„Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und Du wirst ihn in die Ferse stechen.“
Genesis 3,15
In diesem Vers finden wir vier entscheidende Elemente:
- die Schlange,
- die Frau,
- die Feindschaft,
- den Samen der Frau.
Die eigentliche Feindschaft besteht nicht nur zwischen der Frau und der Schlange oder zwischen zwei menschlichen Gruppen. Die entscheidende Feindschaft besteht zwischen der Schlange und dem Samen der Frau.
Die Schlange wird diesen Samen an der Ferse verletzen. Der Same der Frau wird ihr jedoch den Kopf zertreten.
Das ist die erste Ankündigung des Evangeliums.
Der Same der Frau ist Jesus Christus. Am Kreuz wurde er verwundet. Satan konnte seine Ferse verletzen. Doch gerade durch seinen Tod und seine Auferstehung errang Christus den entscheidenden Sieg. Er zertritt der Schlange den Kopf.
Die Schlange darf verwunden. Sie wird aber nicht siegen.
Offenbarung 12 greift Genesis 3 wieder auf
Die Verheißung aus dem Garten Eden zieht sich durch die gesamte Bibel. In Offenbarung 12,17 begegnen uns dieselben vier Elemente erneut:
„Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.“
Der Drache wird in Offenbarung 12,9 ausdrücklich als „die alte Schlange“ bezeichnet.
Wieder sehen wir:
- die Schlange,
- die Frau,
- den Samen,
- die Feindschaft.
Der Zorn des Drachen ist die Fortsetzung jener Feindschaft, die Gott bereits in Genesis 3,15 angekündigt hatte.
Doch zwischen den beiden Texten besteht ein wichtiger Unterschied.
In Genesis 3,15 steht der Same der Frau im Mittelpunkt. Dieser eine Same ist Christus.
In Offenbarung 12,17 kämpft der Drache gegen den Überrest ihres Samens. Es geht also nicht mehr unmittelbar um den einen Samen, sondern um die Nachkommen dieses Samens. Es geht um Menschen, die aus Christus hervorgegangen sind und durch ihn neues Leben empfangen haben.
Das Weizenkorn und seine Frucht
Jesus erklärt dieses Prinzip in Johannes 12,23–24 mit dem Bild eines Weizenkorns:
„Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde! Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.“
Das eine Weizenkorn ist Jesus Christus.
Er fiel gewissermaßen in die Erde. Er starb und wurde begraben. Doch durch seinen Tod und seine Auferstehung brachte er viel Frucht hervor.
Aus dem einen Korn entstanden viele Körner.
Diese Menschen werden nicht durch natürliche Abstammung zu Gottes Volk. Sie werden durch Christus ins Leben gerufen. Sie empfangen ihr geistliches Leben aus ihm.
Paulus bestätigt in Galater 3,16 ausdrücklich, wer der eine verheißene Same ist:
„Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht: ‚und den Samen‘, als von vielen, sondern als von einem: ‚und Deinem Samen‘, und dieser ist Christus.“
Der Same ist nicht zunächst eine große ethnische Gruppe. Der eine Same ist Christus.
Wenige Verse später schreibt Paulus:
„Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.“
Galater 3,29
Christus ist der eine Same. Wer Christus angehört, wird durch ihn zum Samen Abrahams gerechnet.
Der Überrest ihres Samens besteht deshalb aus Menschen, die mit Jesus verbunden sind. Sie sind aus ihm geboren und leben aus seinem Leben.
Geistliches Babylon und geistliches Israel
Die Offenbarung verwendet eine durchgehend symbolische Sprache.
Babylon erscheint als Frau. Der Wein Babylons ist symbolisch. Die Wasser, an denen die Frau sitzt, werden als Völker, Nationen, Sprachen und Menschenmengen erklärt.
Babylon ist in der Offenbarung deshalb nicht einfach eine wörtliche Stadt im heutigen Irak oder eine zukünftige Metropole im Nahen Osten. Babylon steht für ein weltweites geistliches System, das sich gegen Gott, seine Wahrheit und sein Volk stellt.
Daraus folgt eine entscheidende Wahrheit:
Wenn Babylon in der endzeitlichen Prophetie weltumspannend und geistlich verstanden werden muss, dann kann sein Gegenüber nicht ausschließlich geografisch und ethnisch ausgelegt werden.
Dem weltweiten geistlichen Babylon steht ein weltweites geistliches Israel gegenüber.
Die entscheidende Trennlinie verläuft nicht zwischen Hautfarben, Nationalitäten oder Abstammungslinien. Sie verläuft zwischen Treue und Abfall, Wahrheit und Irrtum, Christus und der alten Schlange.
Die verbreitete Irrlehre von zwei Völkern Gottes
Die Vorstellung, Gott habe zwei voneinander getrennte Völker, zerreißt, was Christus am Kreuz zusammengefügt hat.
Sie führt dazu, dass biblische Verheißungen künstlich aufgeteilt werden. Aussagen über Israel werden fast ausschließlich auf ethnische Juden bezogen, während Aussagen über die Gemeinde einem zweiten, getrennten Heilsprogramm zugeordnet werden.
Doch die Schrift kennt keinen Heilsweg für Juden und einen anderen für Heiden.
Kein Mensch wird durch seine Abstammung gerettet.
Kein Mensch wird durch seinen Geburtsort zum Kind Gottes.
Kein Mensch besitzt wegen seiner Gene einen automatischen Anspruch auf das Reich Gottes.
Es gibt nur einen Retter: Jesus Christus.
Die Bibel zeigt diese Einheit des Volkes Gottes in mindestens zehn klaren Bildern.
1. Eine Herde und ein Hirte
Jesus sagt in Johannes 10,16:
„Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.“
Jesus sagt nicht, dass es zwei Herden unter einem gemeinsamen Hirten geben werde.
Er sagt:
Eine Herde und ein Hirte.
Die Schafe aus den Nationen werden nicht in einer zweiten Herde gesammelt. Sie werden zu derselben Herde geführt.
Johannes 11,51–52 erklärt, dass Jesus sterben würde, um die zerstreuten Kinder Gottes „in eins zusammenzubringen“.
Das Ziel des Todes Jesu ist nicht die dauerhafte Trennung unterschiedlicher Völker. Sein Ziel ist ihre Sammlung in eine Einheit.
2. Ein Israel, das durch Christus definiert wird
Galater 3 lässt keinen Raum für zwei getrennte geistliche Identitäten.
Christus ist der eine Same. Durch den Glauben an ihn werden Menschen zu Söhnen und Töchtern Gottes. In Christus ist weder die jüdische noch die griechische Abstammung das entscheidende Merkmal.
Wer Christus angehört, ist Abrahams Same und Erbe der Verheißung.
Paulus schreibt in Römer 2,28–29:
„Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist; auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und seine Beschneidung geschieht am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach.“
Ein wahrer Jude wird nach dieser neutestamentlichen Definition nicht allein durch äußere Abstammung bestimmt. Entscheidend ist die Beschneidung des Herzens durch den Geist Gottes.
Auch Römer 9,6–8 ist eindeutig:
„Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel; auch sind nicht alle, weil sie Abrahams Same sind, Kinder. […] Das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet.“
Paulus sagt nicht, dass natürliche Abstammung bedeutungslos sei. Er sagt aber unmissverständlich, dass sie keinen Menschen automatisch zu einem Kind Gottes macht.
Man kann äußerlich von Abraham abstammen und dennoch geistlich nicht zu Israel gehören.
Die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet.
Nathanael – ein wahrer Israelit
Als Jesus Nathanael kommen sah, sagte er:
„Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist!“
Johannes 1,47
Nathanael bekannte daraufhin:
„Rabbi, Du bist der Sohn Gottes, Du bist der König von Israel!“
Johannes 1,49
Was kennzeichnete Nathanael als wahren Israeliten?
Nicht allein sein Blut und nicht allein sein Wohnort. Entscheidend war seine Haltung gegenüber Jesus. Er erkannte ihn als Sohn Gottes und König Israels an.
Wahres Israel wird durch die Beziehung zum König Israels bestimmt.
3. Ein Leib
Paulus schreibt in 1. Korinther 12,13:
„Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.“
Christus hat nicht einen jüdischen und zusätzlich einen heidnischen Leib.
Er ist nicht ein Haupt mit zwei voneinander getrennten Körpern.
Es gibt einen Leib.
Epheser 2 erklärt, dass Christus die trennende Mauer niedergerissen hat. Die Fernen und die Nahen werden durch sein Blut zusammengebracht. Aus beiden schafft er einen neuen Menschen. Beide werden in einem Leib mit Gott versöhnt und erhalten durch einen Geist Zugang zum Vater.
Die Gläubigen aus den Nationen sind deshalb keine Erben eines parallelen göttlichen Programms. Sie sind Miterben, Mitteilhaber der Verheißung und Glieder desselben Leibes.
4. Eine Stadt
Das Neue Jerusalem in Offenbarung 21 besitzt zwölf Tore mit den Namen der zwölf Stämme Israels. Seine zwölf Grundsteine tragen die Namen der zwölf Apostel des Lammes.
Altes und Neues Testament erscheinen gemeinsam in einer Stadt.
Gott hat nicht eine ewige Stadt für natürliche Israeliten und eine andere für die christliche Gemeinde.
Schon Abraham wartete nach Hebräer 11 auf die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Die Glaubenden des Alten Bundes bekannten, dass sie Gäste und Fremdlinge auf der Erde waren. Sie suchten ein besseres, ein himmlisches Vaterland.
Sie warteten auf dieselbe Stadt, auf die auch die Gläubigen des Neuen Bundes warten.
Eine Stadt. Ein Volk. Ein Ziel.
5. Eine Frau
Offenbarung 12 zeigt eine Frau, die zunächst mit dem Messias schwanger ist. Sie stellt das treue Volk Gottes dar, aus dem Christus hervorging.
Später flieht dieselbe Frau in die Wüste und wird dort während der Verfolgung bewahrt.
Die alttestamentliche Frau wird nicht entfernt und durch eine völlig andere neutestamentliche Frau ersetzt. Es ist dieselbe Frau in unterschiedlichen geschichtlichen Abschnitten.
Hätte Gott zwei voneinander getrennte Bundesvölker, müsste das prophetische Bild zwei Frauen zeigen.
Die Offenbarung zeigt jedoch nur eine Frau Gottes.
Auch die Zahl zwölf bestätigt diese Einheit. Im Alten Testament stehen die zwölf Stämme für das Volk Gottes. Jesus berief zwölf Apostel. Nach dem Abfall des Judas wurde die Zahl noch vor Pfingsten wieder auf zwölf ergänzt.
Diese Zahl ist kein Zufall. Sie zeigt die Kontinuität des einen Volkes Gottes.
6. Ein Ölbaum
Römer 11 beschreibt nicht zwei Bäume, sondern einen Ölbaum.
Einige natürliche Zweige werden wegen ihres Unglaubens ausgebrochen. Wilde Zweige aus den Nationen werden durch den Glauben eingepfropft. Natürliche Zweige können erneut eingepfropft werden, wenn sie nicht im Unglauben bleiben.
Niemand bekommt einen eigenen Baum.

Der Gläubige aus den Nationen darf sich nicht über die natürlichen Zweige erheben. Er trägt die Wurzel nicht, sondern wird von ihr getragen.
Gleichzeitig rettet die natürliche Abstammung keinen Zweig, der im Unglauben verharrt.
Im Ölbaum befindet sich das vollständige treue Israel: natürliche Zweige, die im Glauben geblieben sind, zurückkehrende natürliche Zweige und eingepfropfte Zweige aus den Nationen.
Alle leben aus derselben Wurzel.
7. Ein Tisch im Reich Gottes
Jesus erklärt in Matthäus 8,11–12, dass viele von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Reich Gottes zu Tisch sitzen werden.
Gleichzeitig können Menschen ausgeschlossen werden, die sich aufgrund ihrer äußeren Herkunft für sichere „Kinder des Reiches“ halten.
Es gibt nicht einen Tisch für Juden und einen anderen für Heiden.
Es gibt einen Tisch.
An diesem Tisch sitzen Abraham, Isaak und Jakob gemeinsam mit Erlösten aus allen Himmelsrichtungen.
Der Zugang erfolgt nicht durch Abstammung, sondern durch den Glauben an Christus.
8. Ein Tempel
Epheser 2,19–22 beschreibt die Gläubigen als Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.
Apostel und Propheten bilden das Fundament. Jesus Christus ist der Eckstein. Die Glaubenden werden gemeinsam zu einem heiligen Tempel aufgebaut.
Dieser Tempel besteht nicht in erster Linie aus Steinen. Er besteht aus Menschen, in denen Gott durch seinen Geist wohnt.
Juden und Heiden bilden keine getrennten Tempelanlagen. Sie werden gemeinsam als lebendige Steine in denselben Bau eingefügt.
Darum dürfen endzeitliche Aussagen über den Tempel Gottes nicht automatisch auf ein zukünftiges jüdisches Gebäude reduziert werden.
Das Neue Testament definiert den Tempel Gottes geistlich: als die Gemeinschaft derer, die Christus gehören und in denen sein Geist wohnt.
9. Ein Lied
In Offenbarung 15 singen die Erlösten das Lied Moses und das Lied des Lammes.
Es sind nicht zwei konkurrierende Lieder für zwei getrennte Völker.
Das Lied Moses und das Lied des Lammes bilden ein gemeinsames Lied der Erlösung. Die Erfahrungen des Alten und des Neuen Testaments münden in dieselbe Anbetung.
Ein Gott.
Ein Erlöser.
Ein Volk.
Ein Lied.
10. Ein Vater
Galater 3,26 sagt:
„Denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.“
Johannes 1,12–13 erklärt, dass diejenigen, die Christus aufnehmen und an seinen Namen glauben, das Recht erhalten, Kinder Gottes zu werden.
Diese Geburt geschieht nicht aus Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches und nicht aus menschlicher Abstammung. Sie geschieht aus Gott.
Jesus sprach diese Wahrheit mit großer Schärfe aus.
In Johannes 8 redete er zu Menschen, die sich auf ihre Abstammung von Abraham beriefen. Jesus bestritt ihre biologische Abstammung nicht. Doch er erklärte ihnen, dass wahre geistliche Kindschaft daran erkannt wird, wessen Werke ein Mensch tut und wen er liebt.
Wenn Abraham wirklich ihr geistlicher Vater wäre, würden sie wie Abraham auf Gottes Stimme hören.
Wenn Gott ihr Vater wäre, würden sie Jesus lieben.
Das war nicht diplomatisch. Jesus zeichnete nichts weich.
Abstammung ohne Glauben rettet nicht.
Religiöse Zugehörigkeit ohne Christus macht keinen Menschen zu einem Kind Gottes.
Gesammelt zum Heiligen Herrn
Auch die biblischen Verheißungen über die Sammlung Israels müssen von Christus her verstanden werden.
Die entscheidende Frage lautet nicht: Wer wurde in ein bestimmtes geografisches Land gesammelt?
Die entscheidende Frage lautet: Wer wurde zu Jesus Christus gesammelt?
Bei Pfingsten waren Menschen aus zahlreichen Nationen in Jerusalem versammelt. Parther, Meder, Elamiter, Bewohner Mesopotamiens, Menschen aus Ägypten, Libyen, Rom, Kreta und Arabien hörten die großen Taten Gottes in ihren eigenen Sprachen.
Hier wurde die weltweite Sammlung des Volkes Gottes sichtbar.
Nicht eine Nationalität wurde über alle anderen erhoben. Menschen aus verschiedenen Nationen wurden zu einem Herrn gerufen.
Was Dich zu einem wahren Israeliten macht, ist nicht, dass Du Dich im sogenannten Heiligen Land befindest.
Entscheidend ist, ob Du zum Heiligen Herrn gekommen bist.
Du kannst Dich im geografischen Land Israel befinden und Christus ablehnen. Dann bist Du geistlich zerstreut.
Du kannst an jedem anderen Ort der Welt leben und Christus angenommen haben. Dann bist Du zu Gottes Volk gesammelt.
Dem weltweiten geistlichen Babylon steht deshalb ein weltweites geistliches Jerusalem gegenüber.
Auf der einen Seite befindet sich ein religiöses System des Abfalls. Auf der anderen Seite steht ein Volk aus allen Nationen, Sprachen und Völkern, das Jesus Christus folgt.
Der Überrest trägt klare Kennzeichen
Offenbarung 12,17 beschreibt den Überrest nicht einfach als Menschen, die einen bestimmten religiösen Namen tragen oder sich auf eine historische Abstammung berufen.
Der Überrest trägt zwei klare Kennzeichen:
- Er befolgt die Gebote Gottes.
- Er hat das Zeugnis Jesu Christi.
Diese Menschen werden nicht durch ihre Gene erkannt, sondern durch ihre Treue zu Christus.
Sie sind das Ziel des Zorns der alten Schlange, weil in ihrem Leben die Feindschaft aus Genesis 3,15 sichtbar wird.
Dabei geht es nicht um Erlösung durch Werke.
Der Überrest entsteht aus dem Samen, aus Christus. Niemand wird durch das Halten der Gebote zum Erlöser seiner selbst.
Doch wer wirklich aus Christus geboren ist, bleibt nicht bewusst in der Rebellion gegen Gott. Der Glaube an Jesus und der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten werden in der Offenbarung nicht gegeneinander ausgespielt.
Glaube ohne Gehorsam ist nicht der Glaube des Überrestes.
Gehorsam ohne Christus ist keine Erlösung.
Der wahre Überrest hält sich an Christus und folgt dem Wort Gottes.
Was bedeutet das für Dich?
Die entscheidende Frage lautet nicht zuerst, zu welcher Nation Du gehörst.
Sie lautet auch nicht, welche religiöse Tradition Deine Familie besitzt oder auf welche Gemeinde Du Dich berufst.
Die entscheidende Frage lautet:
Gehörst Du Jesus Christus?
Jesus sagt in Johannes 14,6:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“
Nur durch Christus werden wir Kinder Gottes.
Nur durch Christus gehören wir zum Samen Abrahams.
Nur durch Christus werden wir in die eine Herde, den einen Leib, den einen Ölbaum, die eine Stadt und den einen Tempel aufgenommen.
Die Bibel lässt keinen Raum für zwei Erlösungswege. Es gibt nicht einen Weg durch Abstammung und einen anderen Weg durch Christus.
Es gibt einen Weg.
Dieser Weg ist Jesus.
Die Grundlage zum Verständnis der 144.000
Diese Wahrheit bildet die unverzichtbare Grundlage für das Verständnis der 144.000.
Solange wir davon ausgehen, dass Gott neben der christlichen Gemeinde ein getrenntes endzeitliches Volk nach ethnischen Kriterien besitzt, werden wir auch die Stammesnamen und die 144.000 falsch einordnen.
Die heutige Lektion über den Überrest ihres Samens und die folgende Lektion über die 144.000 gehören deshalb untrennbar zusammen.
Bevor wir fragen, wer die 144.000 sind, müssen wir verstehen, wer Israel ist.
Bevor wir die zwölf Stämme der Offenbarung auslegen, müssen wir erkennen, dass die Bibel einen Samen, einen Ölbaum, eine Frau und ein Volk zeigt.
Darum prüfe die genannten Bibelstellen selbst.
Vergleiche Genesis, die Evangelien, die Briefe des Paulus und die Offenbarung miteinander. Verlasse Dich nicht auf ein theologisches System, nur weil es weit verbreitet ist.
Entscheidend ist nicht, was populär ist.
Entscheidend ist, was die Schrift tatsächlich lehrt.
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Wir öffnen gemeinsam die Bibel, lesen die Texte im Zusammenhang, stellen Fragen und prüfen, was wirklich geschrieben steht. Dabei geht es nicht darum, menschliche Traditionen zu verteidigen. Wir möchten Jesus besser kennenlernen und sein Wort ernst nehmen.
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