Die Gebote Gottes halten: Warum diese Frage gerade in der Endzeit entscheidend ist

Kaum ein biblisches Thema wird innerhalb des Christentums so kontrovers diskutiert wie die Frage nach den Zehn Geboten. Manche Prediger erklären, das Gesetz Gottes sei mit Jesus ans Kreuz genagelt worden. Andere behaupten, die Gebote seien lediglich für das Volk Israel bestimmt gewesen. Wieder andere sagen, Jesus habe die Gebote stellvertretend für uns gehalten, weil kein Mensch sie halten könne.

Doch was sagt die Bibel selbst?

Die Offenbarung beschreibt unmissverständlich, dass Gott am Ende der Zeit ein Volk haben wird, das Seine Gebote hält. Nicht nur ein Volk, das an die Gebote glaubt. Nicht nur Menschen, die über sie predigen oder sie theoretisch anerkennen. Gott spricht von Menschen, die Seine Gebote tatsächlich halten.

Das ist keine Nebensache. Es geht um die Frage, wem wir glauben: menschlichen Auslegungen oder dem eindeutigen Wort Gottes.

„Hier sind, die die Gebote Gottes halten“

Der Ausdruck „die Gebote Gottes halten“ erscheint dreimal im Buch der Offenbarung. Jedes dieser Vorkommen steht in einem Zusammenhang, der unmittelbar mit der letzten großen Auseinandersetzung zwischen Christus und Satan verbunden ist.

In Offenbarung 12,17 heißt es:

„Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.“

In Offenbarung 14,12 lesen wir:

„Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren!“

Und Offenbarung 22,14 sagt:

„Glückselig sind, die seine Gebote tun, damit sie Anrecht haben an dem Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen können.“

Diese Aussagen lassen sich nicht wegdiskutieren. Gott selbst kündigt an, dass es in der Endzeit Menschen geben wird, die Seine Gebote halten.

Besonders deutlich wird der Gegensatz in Offenbarung 14. Die dritte Engelsbotschaft warnt davor, das Tier und sein Bild anzubeten oder sein Zeichen anzunehmen. Unmittelbar danach werden die Heiligen beschrieben: Sie halten die Gebote Gottes und bewahren den Glauben Jesu.

Auf der einen Seite stehen diejenigen, die sich einer falschen religiösen Autorität unterwerfen. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die Gott treu bleiben, Seine Gebote halten und den Glauben Jesu besitzen.

Die Gebote Gottes sind deshalb kein Randthema. Sie stehen im Zentrum des letzten Konflikts.

Kann wirklich niemand die Gebote halten?

Immer wieder hört man Aussagen wie:

„Die Gebote wurden ans Kreuz genagelt.“

„Jesus hat sie für uns gehalten.“

„Kein Mensch kann die Gebote halten.“

„Gott erwartet heute keinen Gehorsam gegenüber den Zehn Geboten mehr.“

Doch wer behauptet, niemand könne die Gebote Gottes halten, widerspricht unmittelbar dem Zeugnis Gottes. Gott sagt ausdrücklich, dass Er ein Volk haben wird, das Seine Gebote hält.

Damit wird nicht behauptet, dass Menschen sich durch Gehorsam selbst erlösen könnten. Erlösung ist allein durch Jesus Christus möglich. Aber die Gnade Gottes schafft den Gehorsam nicht ab. Sie verändert den Menschen und befähigt ihn, im Einklang mit Gottes Willen zu leben.

Der Glaube Jesu und das Halten der Gebote werden in Offenbarung 14,12 nicht gegeneinander ausgespielt. Sie gehören zusammen.

Wer den Glauben gegen den Gehorsam ausspielt, trennt etwas, das Gott miteinander verbunden hat.

Warum Satan die Gebote Gottes hasst

Um zu verstehen, warum der Teufel einen solchen Hass auf Gottes Gesetz hat, müssen wir zum Ursprung der Sünde zurückgehen. Die Sünde begann nicht im Garten Eden. Sie begann auch nicht am Berg Sinai. Sie begann im Himmel, lange bevor diese Welt erschaffen wurde.

Im Himmel gab es einen mächtigen Engel namens Luzifer. Er war kein gewöhnlicher Engel, sondern ein gesalbter, schützender Cherub.

Hesekiel 28,14 beschreibt ihn:

„Du warst ein gesalbter, schützender Cherub, ja, ich hatte dich dazu eingesetzt; du warst auf dem heiligen Berg Gottes, und du wandeltest mitten unter den feurigen Steinen.“

Luzifer befand sich in der unmittelbaren Gegenwart Gottes. Doch was bedeutet es, dass er ein „schützender“ oder „schirmender“ Cherub war?

Das irdische Heiligtum hilft uns, diese Frage zu verstehen.

In 2. Mose 25,17–20 wird die Bundeslade beschrieben. Auf ihrer Gnadendecke befanden sich zwei Cherubim:

„Und du sollst zwei Cherubim aus Gold anfertigen; in getriebener Arbeit sollst du sie machen, an beiden Enden des Sühnedeckels. […] Und die Cherubim sollen ihre Flügel darüber ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Sühnedeckel beschirmen.“

Das irdische Heiligtum war ein Schatten des himmlischen Heiligtums. Die Cherubim standen am Thron Gottes und beschirmten die Gnadendecke.

Und was befand sich unterhalb der Gnadendecke in der Bundeslade?

Die Zehn Gebote.

Mose berichtet:

„Da schrieb er auf die Tafeln entsprechend der ersten Schrift die zehn Worte, die der HERR zu euch auf dem Berg gesprochen hatte […] Und ich legte die Tafeln in die Lade, die ich gemacht hatte.“
5. Mose 10,4–5

Die Zehn Gebote lagen unter dem Thron Gottes. Sie sind die Grundlage Seiner Regierung.

Jede Regierung besitzt Gesetze. Ohne Gesetz gibt es keine verbindliche Ordnung, keine Gerechtigkeit und keine klare Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht. Gottes Regierung gründet sich auf Sein vollkommenes, heiliges und gerechtes Gesetz.

Luzifer stand direkt neben diesem Thron. Er kannte Gottes Gesetz. Er kannte Gottes Charakter. Und dennoch rebellierte er.

Die Sünde existierte schon vor dem Sinai

Hesekiel 28,16 sagt über Luzifer:

„Durch die Menge deines Handels fülltest du dein Inneres mit Gewalttat und sündigtest. Und ich verstieß dich vom Berg Gottes und trieb dich ins Verderben, du schirmender Cherub, aus der Mitte der feurigen Steine.“

Auch Johannes bestätigt:

„Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“
1. Johannes 3,8

Der Teufel sündigte von Anfang an. Aber was ist Sünde?

Die Bibel gibt eine klare Definition:

„Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.“
1. Johannes 3,4

Sünde ist die Übertretung des Gesetzes Gottes.

Wenn Luzifer bereits im Himmel sündigte, dann muss das Gesetz Gottes schon vor dem Sinai existiert haben. Man kann kein Gesetz übertreten, das es nicht gibt.

Die Behauptung, das Gesetz Gottes habe erst mit Mose begonnen, kann deshalb nicht stimmen. Mose hat Gottes moralisches Gesetz nicht erfunden. Gott offenbarte am Sinai feierlich ein Gesetz, das längst Grundlage Seiner Regierung war.

Luzifers Angriff begann mit Lügen

Hesekiel 28 spricht von der „Menge“ von Luzifers „Handel“. Das zugrunde liegende hebräische Wort kann auch Verleumdung, Klatsch oder das Umhergehen mit schädlichen Berichten bezeichnen.

Dasselbe Wort begegnet beispielsweise in 3. Mose 19,16:

„Du sollst nicht als Verleumder umhergehen unter deinem Volk!“

Luzifers Rebellion begann nicht mit einem offenen Angriff. Sie begann mit Andeutungen, Gerüchten, Verdrehungen und Lügen.

Jesus sagt über den Teufel:

„Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.“
Johannes 8,44

Luzifer stellte Gottes Charakter infrage. Er säte Zweifel an Gottes Regierung und an der Gerechtigkeit Seines Gesetzes. Er vermittelte den Engeln den Eindruck, Gottes Gebote seien unnötige Einschränkungen ihrer Freiheit.

Die Engel, so behauptete er, seien weise genug, selbst zu entscheiden. Sie bräuchten keine verbindliche Ordnung von außen. Ihr eigener Wille könne sie führen.

Damit versprach Luzifer eine höhere Form der Freiheit – eine Freiheit ohne Gottes Gesetz.

Doch Freiheit ohne Gottes Gesetz ist keine Freiheit. Sie ist Rebellion.

Ellen G. White beschreibt diese Strategie so:

„Er wiederholte seine Behauptung, dass Engel keinerlei Leitung nötig hätten, sondern ihrem eigenen Willen folgen sollten, der sie immer richtig führen würde. Er prangerte die göttlichen Satzungen als Beschränkung ihrer Freiheit an und verkündete seine Absicht, für die Abschaffung des Gesetzes zu sorgen.“

Der große Konflikt begann mit dem Versuch, Gottes Gesetz abzuschaffen.

Und genau deshalb sollten wir äußerst wachsam sein, wenn religiöse Lehrer heute erklären, Gottes Gesetz sei nicht mehr gültig. Ob behauptet wird, es sei ans Kreuz genagelt worden, nur für die Juden bestimmt gewesen oder vollständig von Jesus an unserer Stelle gehalten worden: Das Ergebnis ist immer dasselbe. Der Mensch wird vom Gehorsam gegenüber Gottes Geboten gelöst.

Das ist keine neue Botschaft. Es ist die alte Botschaft Luzifers.

Der Schwanz des Drachen und die verführten Engel

Offenbarung 12 beschreibt einen großen, feuerroten Drachen:

„Und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich und warf sie auf die Erde.“
Offenbarung 12,4

Die Sterne stellen Engel dar. Aber was bedeutet der Schwanz?

Jesaja 9,14–15 erklärt:

„Der Älteste und Angesehene ist das Haupt, und der Prophet, der Lügen lehrt, ist der Schwanz. Die Führer dieses Volkes sind Verführer geworden, und die von ihnen Geführten sind verloren.“

Der Schwanz steht für Lüge und falsche Lehre.

Ein Drittel der Engel wurde durch Luzifers Lügen mitgerissen. Seine Waffe war nicht körperliche Gewalt, sondern Täuschung. Er verdrehte Gottes Charakter, stellte Gottes Gesetz als Belastung dar und versprach Freiheit durch Unabhängigkeit.

Diese Strategie benutzt Satan bis heute.

Dieselbe Lüge im Garten Eden

Im Garten Eden trat Satan erneut als Verführer auf. Durch die Schlange fragte er Eva:

„Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft?“ – 1. Mose 3,1

Zuerst verdrehte er Gottes Aussage. Dann widersprach er Gott offen:

„Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was Gut und Böse ist!“ – 1. Mose 3,4–5

Die Versuchung bestand nicht nur darin, eine Frucht zu essen. Satan bot Eva an, selbst zur Quelle moralischer Wahrheit zu werden.

Gott hatte festgelegt, was gut und böse ist. Sein Wort war der objektive Maßstab außerhalb des Menschen.

Satan sagte im Grunde: Du kannst selbst entscheiden. Du brauchst Gottes Definition nicht. Deine eigene Wahrnehmung genügt. Du kannst selbst bestimmen, was richtig und falsch ist.

Das war das erste postmoderne Argument der Geschichte.

Heute wird genau dieses Denken überall verbreitet: Wahrheit sei relativ. Jeder Mensch habe seine eigene Wahrheit. Moralische Maßstäbe seien persönliche oder gesellschaftliche Konstruktionen. Niemand dürfe verbindlich festlegen, was richtig und falsch ist.

Doch wenn jeder Mensch selbst bestimmt, was gut und böse ist, gibt es keine objektive Wahrheit mehr. Dann entscheidet am Ende Macht, Gefühl, Mehrheit oder persönliches Interesse.

Gottes Gesetz steht diesem Denken entgegen. Es sagt: Nicht der Mensch definiert das Gute. Gott definiert es.

Was meint die Bibel mit „die Gebote halten“?

Manche versuchen, den Ausdruck „die Gebote Gottes halten“ zu verallgemeinern. Sie behaupten, damit seien lediglich irgendwelche Anweisungen Jesu gemeint, aber nicht die Zehn Gebote.

Das Neue Testament zeigt jedoch eindeutig, wie dieser Ausdruck verwendet wird.

Als der reiche Jüngling Jesus fragte, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen, antwortete Jesus:

„Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote!“
Matthäus 19,17

Der junge Mann fragte: „Welche?“

Jesus antwortete:

„Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Ehre deinen Vater und deine Mutter! und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“
Matthäus 19,18–19

Jesus zitierte direkt aus den Zehn Geboten.

Als der junge Mann behauptete, er habe all das von Jugend an gehalten, zeigte Jesus ihm, dass sein Reichtum sein Götze geworden war. Äußerlicher Gehorsam genügte nicht. Das Gesetz musste auch sein Herz erfassen.

Dennoch bleibt die Bedeutung des Ausdrucks eindeutig: „Die Gebote halten“ bezeichnet das Halten der Zehn Gebote.

Auch nach dem Tod Jesu wird das vierte Gebot ausdrücklich als „das Gebot“ bezeichnet:

„Als sie aber zurückgekehrt waren, bereiteten sie wohlriechende Öle und Salben; und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gebot.“
Lukas 23,56

Die Frauen ruhten am Sabbat nach dem Gebot. Der Tod Jesu hatte das Sabbatgebot offensichtlich nicht abgeschafft.

In Markus 7,9–10 spricht Jesus über das fünfte Gebot:

„Trefflich hebt ihr das Gebot Gottes auf, damit ihr eure Überlieferung haltet. Denn Mose hat gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!“

Jesus stellt hier das Gebot Gottes menschlichen Überlieferungen gegenüber. Auch hier bezeichnet „Gebot“ eines der Zehn Gebote.

Paulus verwendet in Römer 7 die Begriffe „Gesetz“ und „Gebot“ austauschbar. Er zitiert das zehnte Gebot:

„Du sollst nicht begehren!“

Danach erklärt er:

„So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.“
Römer 7,12

Paulus nennt das Gesetz nicht abgeschafft, schlecht oder bedeutungslos. Er nennt es heilig, gerecht und gut.

Jakobus schreibt:

„Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden. Denn der, welcher gesagt hat: Du sollst nicht ehebrechen!, hat auch gesagt: Du sollst nicht töten!“
Jakobus 2,10–11

Auch Jakobus spricht beim „ganzen Gesetz“ eindeutig von den Zehn Geboten.

Die Zehn Gebote sind Gottes Bund

Im Alten Testament werden die Begriffe „Gesetz“ und „Gebote“ ebenfalls miteinander verbunden.

Gott sagte zu Mose:

„Wie lange habt ihr euch nun schon geweigert, meine Gebote und Gesetze zu halten!“
2. Mose 16,28

Und in 2. Mose 24,12 heißt es:

„Steige zu mir herauf auf den Berg und bleibe dort, so will ich dir die steinernen Tafeln geben und das Gesetz und das Gebot, das ich geschrieben habe.“

Gott selbst schrieb die Zehn Gebote auf steinerne Tafeln.

„Und er verkündigte euch seinen Bund, den er euch zu halten gebot, nämlich die zehn Worte; und er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln.“
5. Mose 4,13

Die Zehn Gebote sind das einzige umfangreiche Schriftstück der Bibel, das Gott selbst mit Seinem Finger schrieb. Schon das zeigt ihre besondere Bedeutung.

Liebe hebt das Gesetz nicht auf

Manche sagen: „Wir stehen nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Liebe.“

Doch die Bibel stellt Liebe und Gesetz nicht gegeneinander. Wahre Liebe erfüllt das Gesetz.

Paulus schreibt:

„Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das: Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren, und wenn es ein anderes Gebot gibt, ist in diesem Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Die Erfüllung des Gesetzes ist also die Liebe.“
Römer 13,8–10

Liebe ersetzt die Gebote nicht. Liebe lebt sie aus.

Wer seinen Nächsten liebt, wird ihn nicht töten, bestehlen, belügen oder seine Ehe zerstören. Wer Gott liebt, wird keine anderen Götter neben Ihm haben, Seinen Namen nicht missbrauchen und den von Ihm geheiligten Tag nicht verachten.

Jesus selbst sagt:

„Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!“
Johannes 14,15

Das ist keine unverbindliche Empfehlung. Jesus stellt eine direkte Verbindung zwischen Liebe und Gehorsam her.

Ebenso sagt Er:

„Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.“
Johannes 15,10

Jesus hielt die Gebote des Vaters. Er ist nicht nur unser Erlöser, sondern auch unser Vorbild.

Woran erkennen wir, dass wir Jesus kennen?

Der Apostel Johannes findet deutliche Worte:

„Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht.“
1. Johannes 2,3–4

Johannes lässt keinen Raum für eine folgenlose Glaubensbehauptung. Wer sagt, er kenne Jesus, aber bewusst im Widerspruch zu Seinen Geboten lebt, täuscht sich selbst.

Gehorsam verdient nicht die Erlösung. Aber echter Glaube bleibt nicht ohne Gehorsam.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Glaube ich an Jesus?“

Sie lautet auch: „Bin ich bereit, Jesus als Herrn anzuerkennen und Seinem Wort zu gehorchen?“

Gottes Volk in der letzten Zeit

Die Offenbarung zeichnet ein klares Bild. Am Ende der Geschichte wird es zwei Gruppen geben.

Die eine folgt dem Tier, seinem Bild und seinem Zeichen. Sie unterwirft sich einer Macht, die Gottes Autorität infrage stellt.

Die andere bleibt Christus treu.

„Hier ist die Geduld der Heiligen. Hier sind die, die die Gebote Gottes und den Glauben Jesu halten.“
Offenbarung 14,12

Gott wird ein Volk haben, das Seine Gebote hält.

Der Teufel hasst dieses Volk, weil er Gottes Gesetz hasst. Er bekämpfte das Gesetz im Himmel. Er stellte Gottes Wort in Eden infrage. Er verführte Menschen durch religiöse Überlieferungen. Und er wird bis zum Ende versuchen, Gottes Gebote als unnötig, überholt oder unerfüllbar darzustellen.

Doch Gottes Wort bleibt bestehen.

„Glückselig sind, die seine Gebote tun, damit sie Anrecht haben an dem Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen können.“
Offenbarung 22,14

Die Frage nach den Geboten Gottes ist deshalb keine theologische Nebensache. Sie berührt Gottes Charakter, Seine Regierung, die Definition von Sünde und die Treue Seines Volkes in der Endzeit.

Es reicht nicht, die Gebote zu bewundern. Es reicht nicht, sie auf Tafeln an die Wand zu hängen. Es reicht auch nicht, einzelne Gebote auszuwählen und andere zu verwerfen.

Gott ruft uns dazu auf, Ihm ganz zu vertrauen.

Nicht, um uns selbst zu erlösen, sondern weil Jesus uns erlöst hat.

Nicht aus Angst, sondern aus Liebe.

Nicht in eigener Kraft, sondern durch den Glauben Jesu und das Wirken des Heiligen Geistes.

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