Manchmal braucht es gar nicht viele Tage, damit etwas bleibt. Etwas mehr als 24 Stunden haben dafür an diesem Wochenende vollkommen ausgereicht.
Von Freitag, dem 7. August, bis Sabbat, dem 8. August 2026, durften wir die Adventgemeinde Santa Cruz und die Adventgemeinde Icod de los Vinos gemeinsam auf der Finca Maranatha willkommen heißen. Knapp 35 Kinder, Jugendliche und Erwachsene verbrachten hier eine Nacht im Zelt und zwei gemeinsame Tage unter dem Motto „Mi amigo Jesús – Mein Freund Jesus“.
Für uns war es das erste Mal, dass eine Gruppe in dieser Form auf der Finca übernachtete. Wir waren deshalb natürlich gespannt, wie sich das Gelände mit so vielen Zelten, Menschen, Mahlzeiten und Aktivitäten anfühlen würde. Rückblickend können wir sagen: Es war eine überwältigend schöne und intensive Erfahrung – nicht nur wegen des Programms, sondern vor allem wegen der Art, wie diese Gemeinschaft miteinander gelebt wurde.
Am Freitagnachmittag wird aus der Finca ein Zeltlager
Nach dem Mittagessen trafen am Freitag nach und nach die ersten Teilnehmer ein. Zunächst wurde die Finca erkundet und geschaut, wo alles seinen Platz finden konnte: Wo werden die Zelte aufgebaut? Wo befinden sich Küche und Bad? Welche Bereiche eignen sich für die Kinder, und wo lässt es sich am besten gemeinsam sitzen?
Mit jedem neuen Zelt veränderte sich das Bild ein wenig. Wo sonst Garten, freie Fläche und Spielbereich den Alltag bestimmen, entstand innerhalb weniger Stunden ein kleines Zeltlager.




Passend zu den sommerlichen Temperaturen hatten die Gäste sogar einen kleinen Pool mitgebracht. Zusammen mit der grünen Rutsche wurde er schnell zu einem beliebten Treffpunkt für die Kinder und sorgte schon am ersten Nachmittag für reichlich Abkühlung, Wasser und Gelächter.
Während immer mehr Familien ankamen, fanden die verschiedenen Aufgaben fast wie von selbst ihre Hände. Genau das war eine der ersten Beobachtungen, die uns an diesem Wochenende beeindruckt hat.
Gemeinschaft, die nicht auf wenigen Schultern liegt
Bei einer Veranstaltung mit so vielen Menschen gibt es schließlich einiges zu tun. Essen muss vorbereitet, der Raum dekoriert, Material verteilt, Kinder müssen im Blick behalten und viele kleine Dinge gleichzeitig organisiert werden.
Was wir dabei erleben durften, war ausgesprochen schön: Die Verantwortung lag nicht bei einigen wenigen Personen, während alle anderen einfach teilnahmen. Stattdessen packten viele ganz selbstverständlich mit an.
Während sich ein Teil der Gruppe in der Küche um das Abendessen kümmerte und alles frisch vorbereitete, verwandelten andere unseren Gemeinschaftsraum. Die Gemeinden hatten viele liebevoll selbst gestaltete Dekorationen mitgebracht, und innerhalb kurzer Zeit entstand mit bunten Wimpeln, Luftballons, Blumen und weiteren kleinen Details ein fröhlicher, einladender Raum für die Kinder.
An der Wand stand groß das Motto des Wochenendes: „Mi amigo Jesús“.
Gleichzeitig blieb aber auch genügend Platz für freies Spiel, Gespräche und das einfache Ankommen. Manche kannten sich schon lange, andere Geschwister lernten wir an diesem Wochenende zum ersten Mal kennen. So entstanden überall kleine Gespräche, Kinder entdeckten die Spielmöglichkeiten der Finca, Erwachsene kamen miteinander ins Gespräch, und trotz der vielen Menschen wirkte die Atmosphäre erstaunlich ruhig und entspannt.
Es gab einen vorbereiteten Ablauf, der für alle sichtbar ausgehängt war. Dieser Plan gab Orientierung, ohne das Wochenende zu beherrschen. Niemand schien nervös auf die Uhr zu schauen, und trotzdem fand alles seinen Platz. Gerade diese Mischung aus guter Vorbereitung und Gelassenheit hat uns sehr gefallen.




„Mi amigo Jesús“ – mehr als nur ein Motto an der Wand
Am Abend kamen schließlich alle zum gemeinsamen Programm zusammen. Es wurde gesungen, geklatscht, sich bewegt, erzählt und viel gelacht. Besonders schön fanden wir, dass die Kinder nicht einfach Zuschauer eines Programms waren, das Erwachsene für sie vorbereitet hatten. Sie wurden aktiv einbezogen, machten mit, beantworteten Fragen und erzählten von ihren eigenen Erfahrungen.
Auch Lobpreis und gemeinsame geistliche Momente gehörten ganz selbstverständlich dazu. Es war keine schwere oder steife Atmosphäre, sondern eine fröhliche Zeit, in der der Glaube mitten im Leben seinen Platz hatte.
Genau darin bekam das Motto „Mein Freund Jesus“ für uns eine besondere Bedeutung. Jesus war nicht nur Thema eines Programmpunktes. Der Glaube zeigte sich ebenso in der Freude, im Miteinander und in der Art, wie Erwachsene und Kinder gemeinsam diese Stunden verbrachten.
Noch stärker fiel uns aber etwas anderes auf: Immer wieder gab es diesen aufmerksamen Blick füreinander. Jemand fragte nach, ob alles in Ordnung sei. Eine andere Person übernahm eine Aufgabe, ohne dass lange darum gebeten werden musste. Hier wurde kurz geholfen, dort etwas getragen oder vorbereitet.
Diese kleinen Gesten waren vielleicht unspektakulär, aber gerade sie haben uns tief beeindruckt. Christliche Nächstenliebe wurde an diesem Wochenende nicht nur besprochen – wir konnten sie ganz praktisch beobachten.
Gemeinsames Essen gehört einfach dazu
Natürlich spielte auch das Essen eine wichtige Rolle. In der Küche wurde mit vielen Händen vorbereitet, gekocht und zusammengestellt, bis schließlich alle gemeinsam essen konnten.




Und wie es auf Teneriffa durchaus üblich ist, wurde es am Abend etwas später. Nach einem fröhlichen und langen Tag saßen wir noch zusammen, bevor schließlich der Teil begann, der vermutlich zu jeder Zeltübernachtung mit vielen Kindern gehört: Zähneputzen, Duschen und irgendwann tatsächlich in den Schlafsack finden.
Nachdem sich die Schlange vor den Waschgelegenheiten langsam aufgelöst hatte, wurde es gegen Mitternacht schließlich ruhig auf der Finca. Das Wetter spielte wunderbar mit, die Zelte waren bezogen und, soweit wir es mitbekommen haben, haben alle gut geschlafen.
Zumindest bis ungefähr 7:20 Uhr.
Denn da war bereits deutlich zu hören, dass das erste Kind die Seilrutsche für eröffnet erklärt hatte.
Damit hatte der neue Tag begonnen.
Ein gemeinsamer Sabbat auf der Finca
Nach und nach kam am Morgen wieder Leben auf das Gelände. Zelte öffneten sich, Kinder waren unterwegs und überall begann der neue Tag in einer angenehm entspannten Atmosphäre.
Vor uns lag nun ein gemeinsamer Sabbat – unser wöchentlicher Ruhe- und Glaubenstag – und auch dieser Teil des Wochenendes war von viel Gemeinschaft geprägt.
Es gab Momente der Andacht, Kindersabbatschule, Lobpreis und unterschiedliche Aktivitäten. Besonders beeindruckend fanden wir, dass dabei auch Kinder und Jugendliche selbst Verantwortung übernahmen und Teile mitgestalteten.
Sie bekamen nicht nur ein fertiges Programm angeboten, sondern konnten ihre eigenen Fähigkeiten einbringen. Gleichzeitig ergänzten sich die Erwachsenen untereinander wieder sehr selbstverständlich. Der eine übernahm hier etwas, die andere dort, und so entstand ein gemeinsamer Tag, der nicht von wenigen getragen werden musste.
Natürlich gehörten auch Frühstück und Mittagessen dazu. Wieder wurde gemeinsam vorbereitet und frisch gekocht, bis alle satt waren. Doch Essen ist in einer solchen Gemeinschaft ja selten nur Nahrungsaufnahme. Am Tisch entstehen Gespräche, man hört einander zu, reicht etwas weiter, lernt sich besser kennen und verbringt Zeit miteinander.
So gab es an diesem Wochenende tatsächlich beides reichlich: materielles Brot und geistliches Brot.
Wenn die Zelte wieder verschwinden
Am Sabbatnachmittag kam irgendwann der Moment, an dem die ersten Zelte wieder abgebaut wurden. Schlafsäcke verschwanden in Taschen, Heringe wurden eingesammelt, Material sortiert und Stück für Stück wurde aus dem kleinen Zeltlager wieder die vertraute Finca.
Auch beim Aufräumen zeigte sich noch einmal dasselbe Bild wie während des gesamten Wochenendes: Viele packten mit an. Küche und Räume wurden gereinigt, Dinge an ihren Platz gebracht und das Gelände in einem tadellosen Zustand hinterlassen.
Nach kurzer Zeit waren die meisten Spuren der vergangenen 24 Stunden verschwunden. Der Platz war wieder frei und beinahe hätte man glauben können, hier sei gar nichts Besonderes passiert.
Aber ganz vorbei war das Wochenende noch nicht.
Eine letzte Abkühlung zum Abschluss
Als die Zelte abgebaut waren und die große Fläche wieder frei vor uns lag, hatten wir noch eine Idee. Bei den sommerlichen Temperaturen bot sich die Gelegenheit einfach zu gut an: Wir schalteten die großen Wassersprenkler der Finca ein.
Innerhalb weniger Augenblicke verwandelte sich der gerade aufgeräumte Platz noch einmal in einen Ort voller Bewegung und Freude. Das Wasser spritzte weit über die Fläche, und wer Lust hatte, konnte durch den Sprühregen laufen und sich nach dem Zeltabbau noch einmal richtig abkühlen.



Nach Pool, Rutsche, Spielen, Lobpreis, gemeinsamen Mahlzeiten, einer Nacht im Zelt und einem gemeinsamen Sabbat war das ein wunderbar unkomplizierter Abschluss.
Manchmal sind es gerade diese ungeplanten Momente, die besonders gut in Erinnerung bleiben.
Was von diesem Wochenende geblieben ist
Als schließlich alle aufgebrochen waren, wurde es wieder still auf der Finca. Die Zelte waren verschwunden, die Sachen gepackt und die Räume aufgeräumt. Äußerlich erinnerte kaum noch etwas daran, wie viel Leben hier in den vergangenen Stunden gewesen war.
Bei uns ist trotzdem einiges geblieben.
Wir erinnern uns an Kinderlachen und Lobpreis, an Wasser und Zelte, an Gespräche unter freiem Himmel und gemeinsame Mahlzeiten. Vor allem erinnern wir uns aber an die Haltung, die wir bei unseren Gästen erleben durften.
Dieses selbstverständliche Miteinander hat uns nachhaltig beeindruckt. Nicht nur an sich selbst zu denken, sondern den anderen im Blick zu behalten. Eine Aufgabe zu übernehmen, damit sie nicht an jemand anderem hängen bleibt. Nachzufragen, ob jemand Hilfe braucht. Gemeinsam dafür zu sorgen, dass es allen gut geht und niemand alles allein tragen muss.
Genau darin wurde der Glaube an diesem Wochenende für uns sehr konkret.
Danke für diese gemeinsame Zeit
Wir sind von Herzen dankbar für die Geschwister aus der Adventgemeinde Santa Cruz und der Adventgemeinde Icod de los Vinos.
Danke für Euer Vertrauen und dafür, dass wir Euch auf der Finca willkommen heißen durften. Danke für all die helfenden Hände, die Gespräche, das gemeinsame Singen und Beten, die vielen Mahlzeiten und die Freude, die Ihr mitgebracht habt.
Für uns war dieses erste Zeltwochenende eine sehr besondere Erfahrung, und unsere Türen stehen für ein Wiedersehen gerne wieder offen.
Das Motto „Mi amigo Jesús – Mein Freund Jesus“ hat für uns nach diesen gut 24 Stunden noch einmal eine tiefere Bedeutung bekommen. Denn Freundschaft mit Jesus zeigt sich nicht nur darin, dass wir über Ihn sprechen oder gemeinsam singen. Sie darf auch darin sichtbar werden, wie wir miteinander umgehen, füreinander sorgen und Gemeinschaft gestalten.
Ihr sucht einen Ort für Eure christliche Gruppe?
Vielleicht gehört Ihr selbst zu einer Gemeinde, einem Hauskreis, einer Kinder- oder Jugendgruppe oder einer anderen christlichen Gemeinschaft und könnt Euch vorstellen, gemeinsame Zeit auf der Finca Maranatha zu verbringen.
Wir haben dafür kein fertiges Standardprogramm, das für jede Gruppe gleich aussieht. Wenn Ihr Euch aber einen gemeinsamen Tag oder vielleicht auch ein ähnliches Wochenende auf der Finca bei Icod de los Vinos vorstellen könnt, meldet Euch gerne bei uns. Dann können wir gemeinsam schauen, was zu Eurer Gruppe und zu den Möglichkeiten auf der Finca passt.
Dieses Wochenende hat uns jedenfalls Lust auf mehr gemacht.
Und vielleicht braucht es manchmal tatsächlich gar nicht so viel: einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen können, Zeit füreinander, viele helfende Hände, gutes Essen, gemeinsames Lachen und Singen – und Jesus in der Mitte.
Mi amigo Jesús – Mein Freund Jesus.
2 Kommentare
Es so gut zu lesen, und Ich kann mir vorstellen, wie schön es war. Den Tag in Gemeinschaft mit Gott und seine Kinder in Liebe voller Hoffnung zu erleben
Wir wünschen euch liebe Ulli und Sebastian gesegnetes weiter so. Daß man hier auf der Erde schmeckt das himmlische. Das Reich Gottes ist sehr nah gekommen.
Muchas gracias a ustedes por abrirnos las puertas de vuestra finca y recibirnos con tanto cariño. Para nosotros también ha sido un fin de semana muy especial,
nos hemos sentido como en casa y estamos muy agradecidos por vuestra generosidad y hospitalidad. Sin duda, esperamos volver a compartir muchos momentos así. ¡Un abrazo grande y gracias de corazón!